22. Juni 2026
Ehrendoktorat für Prof. Hans-Jürgen Krumm: Würdigung eines prägenden Lebenswerks
Prof. Hans‑Jürgen Krumm wurde von der Aristoteles‑Universität Thessaloniki mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Damit würdigt die…
Deutsch ist vielfältig. Und das zeigt sich auch in den Sprachprüfungen des ÖSD. Auf der elften Gesamtschweizerischen Tagung für Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer stellt das ÖSD vor, wie der Schweizer Standard in den ÖSD-Prüfungen abgebildet wird.
Die Gesamtschweizerische Tagung für Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer wird von AkDaF, dem Arbeitskreis Deutsch als Fremdsprache, und ledafids, dem Verein der Lehrenden für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaF/DaZ) an Hochschulen in der Schweiz, organisiert und findet alle zwei Jahre an der Universität Freiburg/Fribourg statt.
Im Zentrum der diesjährigen, elften Ausgabe der Tagung steht das Thema „DaF-DaZ bewegt – Wen? Wie? Wozu?“. Die Tagung verbindet fachliche Auseinandersetzung mit Austausch und Vernetzung und greift dabei aktuelle Entwicklungen im Fach, Perspektiven auf die Unterrichtspraxis und Fragen der Mehrsprachigkeit auf.
Das ÖSD rückt in seinem Beitrag die plurizentrische Perspektive auf die deutsche Sprache ins Zentrum und zeigt, wie die Vielfalt der deutschen Sprache in den ÖSD-Prüfungen abgebildet wird – insbesondere mit Fokus auf den Schweizer Standard.
Die deutsche Sprache weist etliche regionale Unterschiede auf und klingt in Österreich, der Schweiz und Deutschland jeweils ein wenig anders. Diese Unterschiede sind in der Aussprache hörbar, machen sich aber auch in der Lexik bemerkbar, etwa in Bezeichnungen wie Türschnalle (AT), Türfalle (CH) und Türklinke (DE). Und auch in Grammatik und Pragmatik gibt es kleine Nuancen. Hinzu kommen orthografische Besonderheiten wie etwa die Verwendung des Doppel-s in der Schweiz, während in Österreich und Deutschland das „scharfe s“ oder „Eszett“ verwendet wird, wie beispielswiese bei „Strasse“ (CH) beziehungsweise „Straße“ (AT, DE).
Man spricht in diesem Zusammenhang von innerer Mehrsprachigkeit, Plurizentrik und von nationalen Standardvarietäten. Das ÖSD vertritt einen plurizentrischen Zugang zur deutschen Sprache und betrachtet alle drei Standardvarietäten des Deutschen als gleichwertig. Diese sprachliche Vielfalt des Deutschen in den Sprachprüfungen abzubilden, zählt zu den Leitsätzen des ÖSD.
Ziel des ÖSD ist es, den Lernenden die sprachlich-kulturelle Vielfalt des deutschsprachigen Raums bewusst zu machen und sie auf die sprachliche Realität in den deutschsprachigen Ländern vorzubereiten. Daher wird die innere Mehrsprachigkeit in den ÖSD-Prüfungen systematisch berücksichtigt.
Grundsätzlich werden in allen ÖSD-Prüfungen die drei nationalen Standards berücksichtigt. In der Praxis zeigt sich das insbesondere in den rezeptiven Prüfungsaufgaben (Lesen und Hören), die einerseits sprachliche Besonderheiten abbilden und andererseits Inhalte aufgreifen, die die Lebensrealität der deutschsprachigen Länder widerspiegeln.
Konkret in Bezug auf den Schweizer Standard heißt das, dass einerseits in jeder Prüfung Lesetexte vorhanden sind, die auf Basis von Schweizer Zeitungsartikeln konstruiert wurden, Schweizer Vokabular und Ausdrucksweisen beinhalten sowie die Schweizer Schreibung berücksichtigen. Andererseits werden Texte für das Hörverstehen dank einer Kooperation mit einem Schweizer Tonstudio von Schweizer Sprecherinnen und Sprechern eingesprochen.
Darüber hinaus werden die Aufgaben in realistische Schweizer Kontexte eingebettet: So könnte ein Hörtext etwa ein Gespräch an einem Schalter einer Schweizer Bibliothek aufgreifen.
Hinsichtlich der produktiven Fertigkeiten sind die Prüfungsteilnehmenden frei, den Standard zu verwenden, den sie erlernt haben. Regionale Unterschiede werden in der Bewertung berücksichtigt.
Auch in den vom ÖSD zur Verfügung gestellten Übungsmaterialien wird der Schweizer Standard miteinbezogen. Weiters gibt es das „ÖSD-Spiel“, ein Memory, das 30 Beispiele für Varianten im Bereich der Lexik enthält – wie beispielsweise das Gipfeli (CH), das Kipferl (AT) das Hörnchen (DE) – und zum spielerischen Entdecken der sprachlichen Vielfalt einlädt.