Recognition of ÖSD exams in Austria

Gruppe lachender Menschen

Erstantrag für Aufenthaltstitel

Deutsch vor Zuwanderung, Familienzusammenführung

Deutschprüfungen auf der Niveaustufe A1 sind für die Erfüllung der Integrationsvereinbarung nicht relevant. Drittstaatsangehörige, die einen Aufenthaltstitel in Österreich beantragen, müssen aber bereits vor Zuwanderung einfache Deutschkenntnisse zur elementaren Sprachverwendung nachweisen, die dem Niveau A1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen entsprechen. Als Nachweis gilt das ÖSD Zertifikat A1 und höherwertige ÖSD-Prüfungen. Dieser Deutschnachweis darf bei Antragstellung nicht älter als 1 Jahr sein.


Das ÖSD Zertifikat A1 ist als Deutschnachweis zur Beantragung folgender Aufenthaltstitel anerkannt:

 

weitere Informationen zum ÖSD Zertifikat A1


Die Integrationsvereinbarung

Die Integrationsvereinbarung 2017 dient der Integration rechtmäßig im Bundesgebiet niedergelassener Drittstaatsangehöriger und zielt darauf ab, sie zur Teilnahme am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben in Österreich zu befähigen. Im Rahmen dieser Vereinbarung sind Drittstaatsangehörige verpflichtet, Kenntnisse der deutschen Sprache sowie der demokratischen Ordnung und der daraus ableitbaren Grundprinzipien zu erwerben.
Die Integrationsvereinbarung 2017 betrifft Drittstaatsangehörige, denen ab dem 1. Oktober 2017 erstmalig ein Aufenthaltstitel erteilt wurde. Drittstaatsangehörige, die vor dem 1. Oktober 2017 einen Aufenthaltstitel erhalten haben, sind ebenso zur Erfüllung des Moduls 1 (Niveau A2) der Integrationsvereinbarung verpflichtet. Jedoch gilt für diese Personen eine Übergangsbestimmung bis 30. September 2020.

Gliederung der Integrationsvereinbarung

Die Integrationsvereinbarung 2017 sich aus zwei Modulen zusammen:

  • Im Rahmen von Modul 1 wird vertiefte elementare Sprachverwendung auf dem Niveau A2 gemäß dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen verlangt.
  • Im Rahmen von Modul 2 wird selbstständige Sprachverwendung auf dem Niveau B1 gemäß dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen verlangt.

Mit der Unterzeichnung der Integrationsvereinbarung 2017 verpflichten sich Drittstaatsangehörige, innerhalb von 2 Jahren ab erstmaliger Erteilung des Aufenthaltstitels das Modul 1 der Integrationsvereinbarung zu erfüllen.

Die Erfüllung von Modul 2 ist nicht verpflichtend, aber Voraussetzung für den Erhalt eines Aufenthaltstitels “Daueraufenthalt – EU“ und dient als Nachweis ausreichender Deutschkenntnisse in Verfahren zur Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft.


Modul 1 (Sprachniveau A2)

Drittstaatsangehörige, denen ab dem 1. Oktober 2017 erstmalig ein Aufenthaltstitel erteilt wurde, sind zur Erfüllung des Moduls 1 der Integrationsvereinbarung binnen zwei Jahren verpflichtet. Die Integrationsprüfung des Moduls 1 der Integrationsvereinbarung wird bundesweit nach einem einheitlichen Maßstab durchgeführt. Sie umfasst Sprach- und Werteinhalte.

Ausnahmen

Von der Erfüllung ausgenommen sind Drittstaatsangehörige, die

  • zum Ende des Erfüllungszeitraumes unmündig sein werden,
  • denen aufgrund ihres physischen oder psychischen Gesundheitszustands die Erfüllung nicht zugemutet werden kann (dies ist durch ein amtsärztliches Gutachten nachzuweisen),
  • eine schriftliche Erklärung abgeben, dass die Dauer ihres Aufenthalts in Österreich 24 Monate innerhalb von drei Jahren nicht überschreiten soll (in diesem Fall wird unwiderruflich auf die Stellung eines weiteren Verlängerungsantrags nach dem ersten Verlängerungsantrag verzichtet).

Erfüllung von Modul 1 der Integrationsvereinbarung

Das Modul 1 der Integrationsvereinbarung ist erfüllt, wenn Drittstaatsangehörige

  • einen Nachweis über die erfolgreiche Absolvierung der Integrationsprüfung A2 vorlegen,
  • über einen Schulabschluss verfügen, der der allgemeinen Universitätsreife im Sinne des § 64 Abs. 1 Universitätsgesetz 2002, BGBl. I Nr. 120/2002 oder einem Abschluss einer berufsbildenden mittleren Schule entspricht,
  • einen Aufenthaltstitel „Rot-Weiß-Rot – Karte“ besitzen oder
  • als Inhaber eines Aufenthaltstitels „Niederlassungsbewilligung – Künstler“ gemäß § 43a NAG eine künstlerische Tätigkeit ausüben.

Der Nachweis über die Erfüllung des Moduls 1 darf zum Zeitpunkt der Vorlage im Rahmen eines Verlängerungsantrags nicht älter als zwei Jahre sein.

Aufenthaltstitel, die vor dem 1. Oktober 2017 erteilt wurden

Drittstaatsangehörige, die vor dem 1. Oktober 2017 einen Aufenthaltstitel erhalten haben, sind ebenso zur Erfüllung des Moduls 1 (Niveau A2) der Integrationsvereinbarung verpflichtet. Jedoch gilt für diese Personen eine Übergangsbestimmung bis 30. September 2020. D.h. Personen, denen der Aufenthaltstitel vor dem 1. Oktober 2017 erteilt wurde, können das Modul 1 sowohl nach der neuen Integrationsvereinbarung 2017 als auch nach der (alten) Integrationsvereinbarung 2011 erfüllen. Nach dem 30. September 2020 ist die Erfüllung des Moduls 1 der Integrationsvereinbarung ausschließlich nach den Regelungen der Integrationsvereinbarung 2017 möglich.

Im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte an die zuständige Behörde.

weitere Informationen zur ÖSD Integrationsprüfung A2


Modul 2 (Sprachniveau B1)

Drittstaatsangehörige, die den Aufenthaltstitel “Daueraufenthalt EU” beantragen, müssen die Erfüllung von Modul 2 der Integrationsvereinbarung nachweisen. Die Integrationsprüfung des Moduls 2 der Integrationsvereinbarung wird bundesweit nach einem einheitlichen Maßstab durchgeführt. Sie umfasst Sprach- und Werteinhalte.

Ausnahmen

Dies gilt nicht für Drittstaatsangehörige,

  • die zum Zeitpunkt der Antragstellung minderjährig sind und noch nicht der allgemeinen Schulpflicht unterliegen,
  • denen auf Grund ihres physisch oder psychisch dauerhaft schlechten Gesundheitszustands die Erfüllung nicht zugemutet werden kann (dies ist durch ein amtsärztliches Gutachten nachzuweisen).

Erfüllung von Modul 2 der Integrationsvereinbarung

Das Modul 2 ist erfüllt, wenn Drittstaatsangehörige

  • einen Nachweis über die erfolgreiche Absolvierung der Integrationsprüfung B1 vorlegen,
  • minderjährig sind und im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht eine Primarschule besuchen oder im vorangegangenen Semester besucht haben,
  • minderjährig sind und im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht eine Sekundarschule besuchen und die positive Beurteilung des Unterrichtsgegenstands “Deutsch” durch das zuletzt ausgestellte Jahreszeugnis oder Schulnachricht nachweisen,
  • einen mindestens fünfjährigen Besuch einer Pflichtschule in Österreich nachweisen und das Unterrichtsfach “Deutsch” positiv abgeschlossen haben,
  • einen positiven Abschluss des Unterrichtsfachs “Deutsch” nach einem mindestens vierjährigen Unterricht in der deutschen Sprache an einer ausländischen Sekundarschule nachweisen,
  • über eine Lehrabschlussprüfung oder eine Facharbeiterprüfung verfügen oder
  • mindestens zwei Jahre an einer postsekundären Bildungseinrichtung inskribiert waren, ein Studienfach mit Unterrichtssprache Deutsch belegt haben und in diesem einen entsprechenden Studienerfolg im Umfang von mindestens 32 ECTS-Anrechnungspunkten (16 Semesterstunden) nachweisen bzw. über einen entsprechenden postsekundären Studienabschluss verfügen.

Aufenthaltstitel, die vor dem 1. Oktober 2017 erteilt wurden

Für Drittstaatsangehörige, die den Antrag auf Erteilung des Aufenthaltstitels “Daueraufenthalt-EU” oder auf Verleihung der Staatsbürgerschaft vor dem 1. Oktober 2017 gestellt haben, wird das Verfahren gemäß der (alten) Integrationsvereinbarung 2011 zu Ende geführt.
Im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte an die zuständige Behörde.

weitere Informationen zur ÖSD Integrationsprüfung B1


Fragen & Antworten

1. Was ist die Integrationsvereinbarung 2017?

Die Integrationsvereinbarung 2017 enthält Maßnahmen, die der erfolgreichen Integration von in Österreich lebenden Drittstaatsangehörigen dienen. Sie besteht aus 2 Modulen.

2. Für wen gilt die Integrationsvereinbarung 2017?

Die Integrationsvereinbarung 2017 gilt für Drittstaatsangehörige, denen ab dem 1. Oktober 2017 erstmalig ein Aufenthaltstitel erteilt wurde. Drittstaatsangehörige, die vor dem 1. Oktober 2017 einen Aufenthaltstitel erhalten haben, sind ebenso zur Erfüllung des Moduls 1 (Niveau A2) der Integrationsvereinbarung verpflichtet. Jedoch gilt für diese Personen eine Übergangsbestimmung bis 30. September 2020.

3. Ich bin Drittstaatsangehöriger. Welche ÖSD-Prüfung muss ich ablegen?

Drittstaatsangehörige sind verpflichtet, Modul 1 der Integrationsvereinbarung zu erfüllen. Dafür müssen Sie
durch Ablegen der Integrationsprüfung Deutschkenntnisse auf dem Niveau A2 nachweisen (z. B. ÖSD Integrationsprüfung A2).
Bitte beachten Sie: Unabhängig davon müssen noch vor Zuwanderung Deutschkenntnisse auf dem Niveau A1 nachgewiesen werden, wenn der Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels zum ersten Mal gestellt wird.

4. Muss ich als Drittstaatsangehörige/r bei Antragstellung Deutschkenntnisse nachweisen?

Ja. Unabhängig von der Integrationsvereinbarung müssen Drittstaatsangehörige noch vor Zuwanderung bereits einfache Deutschkenntnisse zur elementaren Sprachverwendung auf Niveau A1 gemäß dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen nachweisen. Als Nachweis gilt u. a. das ÖSD Zertifikat A1. Dieser Nachweis darf bei Antragstellung nicht älter als 1 Jahr sein.

5. Wer muss einen „Nachweis von Deutschkenntnissen vor Zuwanderung“ erbringen?

Drittstaatsangehörige müssen Kenntnisse der deutschen Sprache nachweisen, wenn der Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels zum ersten Mal gestellt wird.

6. Muss ich Modul 1 und Modul 2 der Integrationsvereinbarung verpflichtend erfüllen?

Die Erfüllung von Modul 2 ist für Inhaberinnen/Inhaber von Aufenthaltstiteln nicht verpflichtend. Ein “Daueraufenthalt – EU” kann allerdings nur bei Erfüllung von Modul 2 erworben werden.

7. Wie lange habe ich Zeit, den Deutschnachweis zur Erfüllung von Modul 1 zu erbringen?

Drittstaatsangehörige haben für die Erfüllung von Modul 1 der Integrationsvereinbarung 2017 nach Erteilung eines Aufenthaltstitels 2 Jahre Zeit.

8. Ich habe meinen Aufenthaltstitel vor dem 1. Oktober 2017 erhalten. Was muss ich beachten?

Für Modul 1: Drittstaatsangehörige, die vor dem 1. Oktober 2017 einen Aufenthaltstitel erhalten haben, sind ebenso zur Erfüllung des Moduls 1 (Niveau A2) der Integrationsvereinbarung verpflichtet. Jedoch gilt für diese Personen eine Übergangsbestimmung bis 30. September 2020. D.h. Personen, denen der Aufenthaltstitel vor dem 1. Oktober 2017 erteilt wurde, können das Modul 1 sowohl nach der neuen Integrationsvereinbarung 2017 als auch nach der (alten) Integrationsvereinbarung 2011 erfüllen. Nach dem 30. September 2020 ist die Erfüllung des Moduls 1 der Integrationsvereinbarung ausschließlich nach den Regelungen der Integrationsvereinbarung 2017 möglich.

Für Modul 2: Für Drittstaatangehörige, die den Antrag auf Erteilung des Aufenthaltstitels “Daueraufenthalt-EU” oder auf Verleihung der Staatsbürgerschaft vor dem 1. Oktober 2017 gestellt haben, wird das Verfahren gemäß der (alten) Integrationsvereinbarung 2011 zu Ende geführt.

Im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte an die zuständige Behörde.

9. Welche Integrationsprüfungen bietet das ÖSD an?

Das ÖSD bietet beide Integrationsprüfungen an:
• Zur Erfüllung von Modul 1 der Integrationsvereinbarung: ÖSD Integrationsprüfung A2
• Zur Erfüllung von Modul 2 der Integrationsvereinbarung: ÖSD Integrationsprüfung B1

10. Wo kann ich die ÖSD Integrationsprüfung A2 ablegen?

Sie können die ÖSD-Integrationsprüfung A2 an dafür zertifizierten ÖSD-Prüfungszentren in ganz Österreich ablegen:
Prüfungszentrum finden.

11. Wo kann ich die ÖSD Integrationsprüfung B1 ablegen?

Sie können die ÖSD-Integrationsprüfung B1 an dafür zertifizierten ÖSD-Prüfungszentren in ganz Österreich ablegen:
Prüfungszentrum finden.

12. Kann ich eine ÖSD-Integrationsprüfung auch in meinem Heimatland ablegen?

Nein, die ÖSD-Integrationsprüfungen können Sie nur in Österreich ablegen. Sie können aber alle anderen ÖSD-Prüfungen in Ihrem Heimatland, bzw. im nächstgelegenen ÖSD-Prüfungszentrum ablegen wie z. B. das ÖSD Zertifikat A1, das Drittstaatsangehörige als Nachweis von Deutschkenntnissen vor Zuwanderung benötigen.

13. Wie viel kostet die ÖSD-Integrationsprüfung?

Die Höhe der Prüfungsgebühr legt das durchführende ÖSD-Prüfungszentrum fest. Für konkrete Preisangaben kontaktieren Sie bitte das ÖSD-Prüfungszentrum Ihrer Wahl.

14. Welche ÖSD-Prüfung benötige ich, um die österreichische Staatsbürgerschaft zu beantragen?

Drittstaatsangehörige, die den Aufenthaltstitel „Daueraufenthalt EU“ beantragen, müssen die Erfüllung von Modul 2 der Integrationsvereinbarung nachweisen. Als Nachweis gilt z. B. die ÖSD Integrationsprüfung B1.

16. Was beinhaltet das kostenlose Übungsmaterial zu den Integrationsprüfungen des ÖSD?

Das kostenlose Übungsmaterial zu den ÖSD-Integrationsprüfungen enthält:
• eine Modellprüfung (Aufgabenblätter Lesen, Hören, Schreiben, Werte- und Orientierungswissen, Sprechen sowie die Lösungen und Audio-Dateien)
• einen Fragenkatalog zum Werte- und Orientierungswissen inkl. Lösungen
• ein Videobeispiel zur mündlichen Prüfung

17. Ich habe nicht bestanden. Wie oft kann ich eine ÖSD-Integrationsprüfung ablegen?

Sie können die ÖSD-Integrationsprüfungen beliebig oft wiederholen.

18. An wen wende ich mich, wenn ich Fragen zur Anerkennung von ÖSD-Integrationsprüfungen habe?

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an info@osd.at. Weitere Informationen zur Integrationsvereinbarung finden Sie auch unter: https://www.oesterreich.gv.at.

19. Was ändert sich durch die Novelle des Integrationsgesetzes 2019?

Die Integrationsprüfungen des ÖSD sind weiterhin und unverändert anerkannt für die Erfüllung der Integrationsvereinbarung, d.h. für die Erfüllung von Modul 1 und 2 der Integrationsvereinbarung sowie für die Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft.

Das ÖSD ist bis Ende Mai 2021 für die Durchführung der Integrationsprüfungen zertifiziert (s. Übergangsbestimmungen des neuen Integrationsgesetzes).

20. Was ändert sich durch das neue Sozialhilfe-Grundsatzgesetz?

Das neue Sozialhilfe-Grundsatzgesetz trat mit 1.6.2019 in Kraft. Allerdings muss es von den Bundesländern erst bis 1.1.2020 umgesetzt werden.

Sobald ein Bundesland das Gesetz umgesetzt hat, müssen Asylberechtigte, subsidiär Schutzberechtigte und Drittstaatsangehörige, die einen Antrag auf Sozialhilfe stellen, als Nachweis ihrer Deutschkenntnisse ein aktuelles B1-Zertifikat des ÖIF oder eine aktuelle Spracheinstufungsbestätigung des ÖIF vorlegen. Diese aktuellen Nachweise (B1-Zertifikat oder Spracheinstufungsbestätigungen) dürfen nicht älter als 6 Monate sein und werden dann vom ÖIF voraussichtlich kostenlos angeboten.

Quelle: https://www.oesterreich.gv.at