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Überblick über die Komponenten


Die Kannbeschreibungen

Das Kernstück von Profile deutsch sind die Kannbeschreibungen und die dazugehörigen Beispiele. Die Summe aller Kannbeschreibungen auf einem bestimmten Niveau kann als Beschreibung dieses Niveaus gelesen werden. Mit positiven Formulierungen wird in den Kannbeschreibungen festgehalten, was Lernende wie gut auf einem bestimmten Niveau tun können. Ein allgemein anerkanntes System von Kannbeschreibungen erleichtert den Vergleich von Lernzielen, Materialien und Tests oder kann helfen, Lernerfolge klarer einzuschätzen.

Die kommunikative Sprachkompetenz eines Lernenden wird in verschiedenen kommunikativen Sprachaktivitäten realisiert, die Rezeption, Produktion, Interaktion und Sprachmittlung umfassen, wobei jede dieser Aktivitäten in mündlicher oder schriftlicher Form oder in beiden vorkommen kann.

Die Kannbeschreibungen in Profile deutschsind daher auf dem jeweiligen Niveau nach diesen Kriterien geordnet.

Aktivitäten Form Fertigkeiten
Interaktion mündlich Hören und Sprechen
Interaktion schriftlich Lesen und Schreiben
Rezeption mündlich Hören
Rezeption schriftlich Lesen
Produktion mündlich Sprechen
Produktion schriftlich Schreiben
Sprachmittlung mündlich Dolmetschen
Sprachmittlung schriftlich Übersetzen
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Globale Kannbeschreibungen

Die globalen Kannbeschreibungen beschreiben insbesondere die Aspekte der Qualität der erwarteten sprachlichen Leistung. Sie beschreiben in allgemeiner Form, wie gut jemand etwas in Bezug auf die vier sprachlichen Aktivitäten auf einem bestimmten Niveau tun kann. Dies wird durch Formulierungen ausgedrückt wie z. B. ausreichend korrekt  relativ mühelos  falls deutlich gesprochen wird. Die globalen Kannbeschreibungen sind nicht an eine bestimmte Situation gebunden. Sie fokussieren die Qualität sprachlicher Handlungen in umfassender Form. Die globalen Kannbeschreibungen sind in unterschiedliche Qualitätsmerkmale gegliedert, die die Kompetenzentwicklungen  im besten Fall über alle sechs Niveaus sichtbar machen.
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Detaillierte Kannbeschreibungen

Die detaillierten Kannbeschreibungen haben vor allem die Aufgabe, das typische oder wahrscheinliche Verhalten von Lernenden auf den verschiedenen Niveaus zu umschreiben. Diese Kannbeschreibungen sagen etwas darüber aus, was Lernende tun können. Sie beschreiben detailliert verschiedene sprachliche Handlungen, wodurch für Lernende und Lehrende transparent gemacht wird, welche sprachlichen Aufgaben auf einem bestimmten Niveau bewältigt werden können. Die Kannbeschreibungen sind in verschiedenen wichtigen sprachlichen Grundhandlungen zugeordnet. So ergeben sich Skalen  im besten Fall über die sechs Niveaus  für bestimmte sprachliche Aktivitäten. Die detaillierten Kannbeschreibungen werden durch Beispiele verdeutlicht und durch mögliche Textsorten ergänzt. Sie verstehen sich als Vorschläge, die beim Unterrichten oder bei der Materialerstellung helfen, im Rahmen eines kohärenten Systems flexibel auf die Bedürfnisse einer Lerngruppe reagieren zu können. Auch Testkonstrukteure können sie bei der Erstellung von Testmaterialien hilfreich einsetzen.
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Sprachliche Mittel

Die sprachlichen Mittel werden in unterschiedlichen Kapiteln aufgeführt. In den einzelnen Kapiteln sind die sprachlichen Mittel nach verschiedenen Kategorien geordnet. Durch diese Gliederung findet der Benutzer schnell und gezielt sprachliche Mittel, die zur Lösung einer Aufgabe hilfreich sein können.

Thematischer Wortschatz
z. B. Themenbereich Freizeit oder Wetter
mit Niveau-Angaben (A1-B2)

Sprachhandlungen mit kulturspezifischen Aspekten
z. B. Auffordern oder Vorschläge machen
mit Niveau-Angaben (A1-B2)

Allgemeine Begriffe
z. B. Zeit oder Raum
mit Niveau-Angaben (A1-B2)

Wörterbuch
Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache
alphabetische Liste


Zu jedem sprachlichen Element gibt es Angaben, auf welchem Niveau (A1-B2) das Element rezeptiv oder produktiv benutzt werden sollte. Hinzu kommen jeweils mindestens ein Beispielsatz, der die Verwendung zeigt. Weitere Detailangaben (Wortart, Pluralform, Verbformen usw.) ergänzen den Eintrag. Durch Verweise sind die verschiedenen sprachlichen Mittel miteinander verbunden. Das Wörterbuch ergänzt und erweitert die anderen Kapitel.
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Der thematische Wortschatz

Den thematischen Wortschatz benutzt man unter anderem, um sich auf Personen, Dinge, Handlungen usw. in einem spezifischen thematischen Umfeld zu beziehen, z. B. das Thema „Arbeit und Beruf“. Diesen Wortschatz braucht man zusammen mit den Sprachhandlungen und den allgemeinen Begriffen, um über ein bestimmtes Thema zu sprechen oder in einer konkreten Situation zu handeln, z. B. am Arbeitsplatz jemandem ein neues Computerprogramm erklären.

Der thematische Wortschatz ist sehr umfangreich. Es ist deshalb wichtig, dass je nach Interesse und Bedürfnis der Lernenden eine Auswahl getroffen wird oder unter Umständen in speziellen Bereichen weitere Wörter und Ausdrücke ergänzt werden.

„Profile deutsch“ gliedert den thematischen Wortschatz in 15 Themenbereiche: Personalien/ Informationen zur Person, Wohnen, Umwelt, Reisen und Verkehr, Verpflegung, Einkaufen, öffentliche und private Dienstleistungen, Körper, Gesundheit und Hygiene, Wahrnehmung und Motorik, Arbeit und Beruf, Ausbildung/Schule, Fremdsprache, Freizeit und Unterhaltung, persönliche Beziehungen und Kontakte, Politik und Gesellschaft.

Bei den meisten Einträgen finden sich Informationen, auf welchem Niveau ein Wort rezeptiv und produktiv verwendet wird. Zu jedem Eintrag gibt es einen Beispielsatz und grammatische Angaben wie z. B. Wortart oder Artikel, Pluralform beim Substantiv. Wenn es in anderen Kapiteln oder thematischen Bereichen Wörter oder Strukturen gibt, die in dem Zusammenhang wichtig sind, wird darauf verwiesen.

Für spezielle Bedürfnisse und konkrete Gruppenprofile gibt es sogenannte offene „Wortfelder“. Die Einträge in den Wortfeldern haben keine Niveauzuordnung und sollen als Anregung dienen, den Wortschatz je nach Bedürfnis und Interesse selbst zu ergänzen.

Bei vielen Einträgen finden sich auch Hinweise auf Varianten in den verschiedenen deutschsprachigen Ländern. Darüberhinaus gibt es in eigenen „D-A-CH-Fenstern“ zusätzliche Informationen zu landesspezifischen Sachbegriffen.
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Die Sprachhandlungen

Die Sprachhandlungen umfassen Rede- und Schreibmittel für sprachliche Aktivitäten. Diese sprachlichen Mittel dienen dem Sprecher dazu, seine Gefühle, Einstellungen, Gedanken oder Absichten auszudrücken. Sie können auch eingesetzt werden, um Informationen auszutauschen, die sozialen Beziehungen aufrechtzuerhalten oder z. B. ein Gespräch zu strukturieren.

Die Sprachhandlungen sind in „Profile deutsch“ nach den kommunikativen Absichten gegliedert, die mit diesen sprachlichen Mitteln ausgedrückt werden können: Informationsaustausch, Bewertung, Kommentar, Gefühlsausdruck, Handlungsregulierung, soziale Konventionen, Redeorganisation und Verständigungssicherung.

Die einzelnen Kategorien gliedern sich in Unterkategorien. So findet sich in der Kategorie „Handlungsregulierung“ z. B. „Angebot“, „Aufforderung“ usw. Unter dem Thema „Angebot“ gibt es dann u.a. die Sprachhandlung „einladen“. Dazu finden sich verschiedene Strukturen, die zuerst einmal allgemein formuliert sind, z. B.: „Darf ich Sie (zu x) einladen?“ Der Beispielsatz „Darf ich Sie zu einem Bier einladen?“ zeigt dann, wie man die angegebene Sprachhandlung in einer konkreten Situation verwenden könnte. Angaben, auf welchem Niveau die Struktur rezeptiv und produktiv verwendet wird, ergänzen den Eintrag. Jemanden einladen kann man auf unterschiedliche Weise, z. B. durch eine Aufforderung. Deshalb gibt es oft Verweise auf andere Sprachhandlungen, mit denen man die gleiche Absicht ausdrücken kann.

Unter einer eigenen Kategorie sind kulturspezifische Aspekte von Sprachhandlungen gesammelt. Hier werden vor allem Redemittel aufgeführt, die kulturell „sensibel“ sind.

Denn in nahezu jeder Kommunikation gibt es Aspekte, die stark kulturell geprägt sind. Bei ungenügendem Wissen über diese kulturellen Besonderheiten besteht für die Sprachlernenden und Sprachverwender die Gefahr, dass sie in ein sogenanntes „Fettnäpfchen“ treten. Das heißt, es werden zwar sprachlich/grammatikalisch korrekte Äußerungen gemacht, die aber kulturell nicht adäquat sind, weil ein Verstoß gegen eine bestimmte Norm oder „Gewohnheit“ vorliegt, die in dieser Kultur zu beachten ist.

Körpersprache, Gestik und Mimik sind selbstverständlich auch kulturspezifisch geprägt, z. B. Kopfnicken für Zustimmung oder Widerspruch oder die Geste, wie man jemanden zu sich winkt. Diese Aspekte sind schwer generalisierbar und kaum für verschiedene Niveaus beschreibbar. In Profile deutsch werden sie nicht berücksichtigt, obwohl sie als ein wichtiger Teil der soziokulturellen Kompetenz erworben werden sollten.
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Allgemeine Begriffe

Beim Sprechen oder Schreiben drücken die Sprecher  neben den Absichten und dem speziellen Thema  immer auch allgemeine Vorstellungen und Konzepte aus. Diese allgemeinen Konzepte betreffen z. B. Informationen über Zeitverhältnisse (wie Vorzeitigkeit, Gleichzeitigkeit oder Nachzeitigkeit) oder über Raumverhältnisse (oben  unten, links  rechts, vorne  hinten usw.). Diese Begriffe unterscheiden sich vom thematischen Wortschatz dadurch, dass sie nicht auf ein bestimmtes Thema beschränkt sind, so kann man die Ausdrücke „links“ und „rechts“ in ganz verschiedenen Kontexten verwenden, z. B. Beschreibung einer Wohnung, einer Bildschirmseite oder einer politischen Situation. „Profile deutsch“ hat für die Darstellung der Allgemeinen Begriffe die Gliederung in sieben Gruppen aus der Kontaktschwelle übernommen: Personen, Gegenstände, Dinge, Begriffe, Existenz, Raum, Zeit, Quantität, Eigenschaften, Relationen.
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Das Wörterbuch

Das integrierte Wörterbuch „Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache“ enthält über 33.000 Einträge mit Angaben zur Grammatik, zu Bedeutungsvarianten, zu Wortbildung und Idiomatik. Das Wörterbuch ergänzt die anderen Listen und ermöglicht, gezielt Wortschatz für die Niveaus C1 und C2 zusammenzustellen.

Die Einträge sind alphabetisch geordnet und enthalten Angaben zu den Niveaus A1-B2, wenn die Wörter auch in den Listen des thematischen Wortschatzes oder in der Liste der allgemeinen Begriffe vorkommen. Vom thematischen Wortschatz und den allgemeinen Begriffen gibt es wiederum einen direkten Zugang zum Wörterbuch, dadurch bekommt der Benutzer und die Benutzerin mehr Informationen zu einem Eintrag in den erwähnten Listen.

Die idiomatischen Wendungen und die Wortbildung werden speziell hervorgehoben, da diese auf den höheren Niveaus eine besondere Rolle spielen.

Das Wörterbuch soll als Anregung dienen, um Wortschatz für spezifische Gruppen zusammenzustellen.
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Die Grammatik (A1-B2)

Profile deutsch bietet zwei verschiedene Zugangsmöglichkeiten zu den grammatischen Phänomenen. Zum einen gibt es einen „klassischen“ Weg, in dem die Einträge nach den Kategorien der systematischen Grammatikbeschreibungen in den Gruppen Text  Satz  Wort dargestellt sind. Zum anderen gibt es eine funktionale Zugriffsmöglichkeit, in der die Einträge entsprechend den unterschiedlichen Intentionen und Funktionen, die sie erfüllen können, erscheinen. Beide Zugänge sind miteinander verbunden, so dass es z. B. möglich ist, sich die verschiedenen sprachlichen Intentionen, die mit einer Wortart ausgedrückt werden können, anzeigen zu lassen.
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Die systematische Grammatik

Die systematische Darstellung der Grammatik gliedert sich in folgende fünf Hauptgruppen: Text, Satz, syntaktische Einheiten, Wörter, Wortbildung.

Zu jedem Kapitel in der systematisch dargestellten Grammatik gibt es unter „Erklärung“ einen Text, in dem allgemeine Charakteristika, z. B. der Artikelwörter, beschrieben sind. Unter „Beispiele“ befinden sich dann sämtliche Beispielsätze mit Niveauangabe zum Kapitel über Artikelwörter. Die Beispielsätze sind zum größten Teil den Wortschatzlisten „Sprachhandlungen“ und „Allgemeine Begriffe“ entnommen.
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Die funktionale Grammatik

Die funktionale Zugangsweise bietet eine Gruppierung grammatischer Phänomene nach Intentionen, Relationen und Textelementen.

Die funktionale Darstellung zeigt, welche sprachlichen Mittel z. B. für eine Sprechintention auf einem bestimmten Sprachniveau zur Verfügung stehen. Eine Absicht lässt sich z. B. auf verschiedene Weisen ausdrücken: mit Modalverben, mit dem Futur I, mit bestimmten Konnektoren oder Präpositionen usw. Diese unterschiedlichen Realisierungsmöglichkeiten einer Absicht werden mit konkreten Beispielen verdeutlicht.
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Texte und Textmuster

Unter dem Begriff „Textsorten“ sind Texte in einer Textliste zusammengefasst, die eine ähnliche Funktion haben oder ein vergleichbares Ziel anstreben. Die Textsorte „Bewerbungsgespräch“ z. B. umfasst zwar Gespräche, die sicherlich niemals genau gleich verlaufen, aber alle das gleiche Ziel verfolgen: Aus der Sicht des Bewerbers geht es darum, Informationen über die ausgeschriebene Stelle zu erhalten und einen guten Eindruck von der eigenen Person zu vermitteln; aus der Sicht des Arbeitgebers, etwas über den Lebenslauf und Werdegang des Bewerbers zu erfahren und sich so ein Bild von ihm zu machen. „Profile deutsch“ enthält daher eine Liste, in der rund 160 verschiedene Textsorten erfasst sind. Sie sind nach sechs verschiedenen Aspekten kategorisiert  und zwar nach:

» Kanal: mündlich  schriftlich

» Interaktion: zeitgleich  zeitversetzt

» Medium: z. B. Radio und Audioaufnahmen, Neue Medien, Buch

» Zweck: z. B. allgemeine Information, Werbung, Unterricht

» Darstellungsform: z. B. Grafiken und Tabellen, Bilder

» Bereich: privat, öffentlich, Beruf, Bildung

So können zum Beispiel alle Textsorten aufgelistet werden, die im Bereich „Bildung“ wichtig sind. Unter „Kanal“ können die Textsorten angezeigt werden, die eher „mündlich“ gebraucht werden. Die Textsorten sind mit den detaillierten Kannbeschreibungen verknüpft, d. h. zu jeder detaillierten Kannbeschreibung wird eine Anzahl von Textsorten aufgelistet, die im Zusammenhang mit dieser Kannbeschreibung wichtig sein könnten.

Manche Textsorten, wie z. B. eine Bedienungsanleitung, sind immer ähnlich aufgebaut und auch im Inhalt und den Formulierungen konventionalisiert. Zu solchen Textsorten lassen sich Textmuster beschreiben. Diese Textmuster werden in unterschiedlichen Kulturen oft verschieden realisiert. Deswegen werden in „Profile deutsch“ rund 35 Textmuster dargestellt, die folgende Textmerkmale beschreiben: Kurzcharakterisierung, Aufbau, Sprache: Grammatik, Wortschatz bei mündlichen Textmustern auch phonetische Mittel und Körpersprache.
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Lern- und Prüfungsstrategien

Strategien setzt man ein, um die eigenen Ressourcen zu mobilisieren, Fähigkeiten und Prozesse zu aktivieren, um Aufgaben möglichst erfolgreich und ökonomisch zu erledigen.

Strategien sind mentale Pläne, die für sich nicht sichtbar sind. Erst bei der Umsetzung oder durch die Anwendung einer bestimmten Technik wird eine Strategie nachvollziehbar.

Für die Umsetzung einer Strategie stehen in der Regel mehrere Vorgehensweisen oder Techniken zur Verfügung, für die sich das Individuum je nach Persönlichkeit, sprachlicher und strategischer Kompetenz oder je nach Handlungskontext usw. entscheiden kann.

„Profile deutsch“ unterscheidet zwei Typen von Strategien:

Kommunikative Strategien für die Sprachverwendung:

» Rezeptionsstrategien

» Produktionsstrategien

» Interaktionsstrategien

» Sprachmittlungsstrategien

Lern- und Prüfungsstrategien für:

» das Sprachenlernen/affektive Strategien

» Entscheidungsstrategien

» Memorierungsstrategien

» Problemlösungsstrategien

» Soziale Strategien

» Strategien zur Selbstregulierung

» Verarbeitungsstrategien
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