header.jpg

Grundlagen

Grundlagen

OSD_Allgemeine_Info_2013.jpg

Das ÖSD ist ein zentrales, kursunabhängiges Prüfungssystem, in dem Prüfungen nach einheitlichen Maßstäben durchgeführt und bewertet werden. Die Prüfungen orientieren sich an den Niveaubeschreibungen des „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen" (GER) und an „Profile deutsch“.
Das ÖSD versteht sich als ein kommunikativ orientiertes Prüfungssystem mit dem Ziel, fremdsprachliche Kompetenz im Hinblick auf reale Verwendungssituationen zu überprüfen.
Das ÖSD geht von einer plurizentrischen Sprachauffassung aus: Die Standardvarietäten der deutschsprachigen Länder Österreich, Deutschland und der Schweiz werden als gleichberechtigt betrachtet und entsprechend berücksichtigt. Das ÖSD versucht, die Vielfalt der deutschen Sprache widerzuspiegeln, um die Kandidatinnen und Kandidaten auf die sprachliche Realität in den verschiedenen deutschsprachigen Ländern vorzubereiten. In den Prüfungen betrifft dies vor allem den rezeptiven Bereich, also die Aufgaben zum Lese- und Hörverstehen. Hier werden Texte aus allen drei deutschsprachigen Ländern verwendet.


Die Prüfungen bauen auf folgenden Grundprinzipien auf:

1. Bezug zur Realität:

  • Texte und Aufgabenstellungen sind soweit wie möglich authentisch und an reale Verwendungssituationen angepasst. Die Auswahl der Situationen, in denen Sprachhandlungen stattfinden, ist relevant und repräsentativ. Dies beinhaltet nicht nur die Authentizität von Texten und Aufgabenstellungen, sondern auch ihre situative Einbettung.

2. Testformate:

  • Die Aufgabenstellungen sollen die Fähigkeiten der Kandidatinnen und Kandidaten möglichst direkt widerspiegeln. Wird beispielsweise die Hörverstehenskompetenz überprüft, so soll das Ergebnis nicht durch eine Aufgabenstellung verfälscht werden, die von der jeweiligen Person gleichzeitig ein hohes Maß an Schreibfertigkeit, Gedächtnisleistung oder mündlicher Produktion verlangt. Umgekehrt können anhand von Multiple-Choice-Aufgaben kaum gültige Aussagen über die produktiven Fertigkeiten Sprechen und Schreiben gemacht werden. In diesen Fällen wird zu offeneren Aufgabenformen gegriffen.

3. Überprüfungsdomänen:

  • Um ein möglichst umfassendes und differenziertes Bild von der Sprachkompetenz einer Person zu erhalten, wird die Sprachkompetenz in einzelne Teilbereiche aufgeteilt. Das ÖSD unterscheidet hier zwischen den kommunikativen Fertigkeiten im Einzelnen (Leseverstehen, Hörverstehen, Schreiben, Sprechen) und den kommunikativen Fertigkeiten in ihrer Kombination (zum Beispiel Hörverstehen und Sprechen: Konversieren, Leseverstehen und Schreiben: Korrespondieren).

    Grammatik- und Wortschatzkenntnisse sowie Aussprache und Orthografie werden als untergeordnete Bereiche der kommunikativen Kompetenz angesehen und als solche auch nur implizit mitgeprüft und mitbewertet.

4. Bewertung:

  • Je offener und direkter Sprachprüfungen sind, desto höher sind die Anforderungen an Prüfende und Bewertende. Um eine zuverlässige Bewertung sicherzustellen, werden nicht nur präzise Bewertungsrichtlinien und -kriterien zur Verfügung gestellt, sondern auch intensive Prüferschulungen mit einem Training zur Bewertung durchgeführt.